Von der Idee zum neuen Laufevent: Social Racing

Warum tun wir uns das an? Warum laufen wir im Kreis, gegen die Uhr und gegen die Erschöpfung?

Wer die Entstehung von Pace Race verstehen will, muss den Blick zurückwerfen – auf über ein Jahrzehnt selbst organisierter Laufevents von den Pace Race Gründern Jannis und Matthias, und auch auf die staubigen Wege von Tennessee. 

Pace Race ist die Evolution einer Entwicklung, die wir „Social Racing“ nennen.

Hier teilen wir, wie alles begann:

Die Inspiration

Jannis läuft seit er 14 ist. Nie gut genug, um damit wirklich einen Blumentopf zu gewinnen, aber immer ambitioniert und mit ein paar schönen PBs:

1.000m // 2:34 min

3.000m // 9:07 min

5K // 15:41 min

10K // 34:37 min

HM // 1:19:42 Std.

PACE RACE Level // 18.9

Aber in den letzen Jahren vor allem auch Trail-Running in den Bergen.

Jannis Bandorski
Jannis Bandorski
Jannis Bandorski
Jannis Bandorski
Jannis Bandorski

Matthias war immer eher der Ballsportler, zu dem Laufen ein notwendiges Übel zum nächsten Tor oder zum nächsten Punkt war. Er ist noch nie in seinem Leben mehr als 18 Km am Stück gelaufen. Er sagt “Warum auch?”. 

Matthias Ernst
Matthias Ernst
Matthias Ernst
Matthias Ernst
Jannis Bandorski

Sport lieben wir beide. Über zehn Jahre lang haben wir eigene Läufe organisiert, Routen gescoutet und die Grenzen des Machbaren ausgelotet. Bei XLETIX ging es im Kern immer darum aus Laufen einen Teamsport zu machen: bei XLETIX mit Hindernissen, die man nur im Team überwinden kann, bei Muddy Angel durch eine eingeschworene Truppe von Frauen und Mädels, die sich gegenseitig unterstützen und bei XLETIX Kids um Familien, die gemeinsam Freude an der Bewegung haben. Das Motto dabei “Ein Team, Ein Ziel!”

Die Entscheidende Inspiration für Pace Race kam später - von den Legenden, des Backyard Ultras.

Der „Gottvater“ des Backyard Ultra: Gary „Laz“ Cantrell

Niemand hat die moderne Ultra-Szene so geprägt wie Gary Cantrell, besser bekannt als “Laz” oder Lazarus Lake. Als er 2011 den ersten Big Dog’s Backyard Ultra auf seiner Farm in Bell Buckle ins Leben rief, schuf er mehr als ein Rennen. Er schuf ein psychologisches Experiment.

Indem er die Teilnehmer jede Stunde auf die exakt gleiche, 6,706 km lange Runde schickte, nahm er die Geschwindigkeit aus der Gleichung und ersetzte sie durch pure Resilienz.

Das Erbe der Barkley Marathons

Durch einen ehemaligen Arbeitskollegen  (Hi, David ;-) / unglaublicher Typ), sind wir auf das Phänomnen “Ultra Running” aufmerksam geworden. David und seine Freundin Vanessa (unglaublich stark und fit) sind damals tagelang durch den Dschungel Mittelamerikas gelaufen und haben unterwegs wahnwitzige Aufgaben erledigt. Schaut euch das mal an, wenn ihr was Wildes sehen wollt: Fuego y Agua Survival Run. Wir waren hooked und haben uns in die Bubble der Ultras und Survival Runs reingefräst. 

Eines Abends - das muss so ca. 2020 während der Corona-Pandemie gewesen sein - schicke Matthias Jannis einen Link zu dieser sehr sehenswerten Doku über ein komplett durchgeknalltes Laufevent: die Barkley Marathons.

WHERE DREAMS GO TO DIE - Gary Robbins and The Barkley Marathons

Man kann Backyard Ultra nicht verstehen, ohne über die Barkley Marathons zu sprechen – Laz’ anderes, noch berüchtigteres Running-Event. Während der Backyard Ultra ein reiner Zermürbungskampf gegen die Zeit und den Schlaf ist, ist "Barkley" eine sadistische Mischung aus Orientierungslauf und Bergsteigen im dichten Unterholz von Tennessee.

Die Verbindung zwischen beiden? Die totale psychische Demontage. Laz wollte ein Format schaffen, das nicht den schnellsten Läufer belohnt, sondern denjenigen, der mental am wenigsten bereit ist, aufzugeben. Während die Barkley Marathons oft ohne einen einzigen Finisher enden, erzwingt der Backyard Ultra ein Ende durch das "Last Man Standing"-Prinzip. Er ist quasi die "demokratische" Version des Wahnsinns: Jeder kann eine Runde in einer Stunde schaffen – die Frage ist nur, wie oft.

Wobei “demokratisch” hier immer noch ein breit ausgelegter Begriff ist. Regelmäßig schinden die Gewinner eines Backyard Ultra sich tagelang, ohne planbares Ende bis zur vollständigen Erschöpfung und landen direkt danach im Krankenhaus oder riskieren bleibende Schäden.

Das wollen wir nicht:

Weder die Exklusivität,

noch die Dauer

noch die Konsequenzen

Wir finden das Prinzip “Runden laufen” spannend, aber wollen es nicht nur für die 0,1% der Backyard Ultra-Fans zugänglich machen, sondern für alle. 

Was wir wollen:

Das Prinzip der Runden und Erholungspausen aus dem Backyard Ultra übernehmen

Die Idee miteinander statt gegeneinander zu Laufen von XLETIX übernehmen

Ein Format schaffen, das gut in einen sportlichen Tag passt

Inklusiv für viele Leistungsniveaus sein

Running & Cheering verbinden

Spaß haben

Backyard Ultra in Deutschland: Vom Geheimtipp zum Massenphänomen

Lange Zeit war der Backyard Ultra ein rein amerikanisches Phänomen. Doch etwa ab 2018/2019 schwappte die Welle nach Europa und traf in Deutschland auf fruchtbaren Boden.

Die Pioniere

Einer der ersten offiziellen Backyards in Deutschland war der Schinder-Trail Backyard Ultra in Rettert (Rheinland-Pfalz). Veranstalter wie Alex Holl brachten den Geist von Lazarus Lake in den Taunus. Kurze Zeit später folgten Events wie der Laufhaus Backyard Ultra in Sachsen oder der Bienwald Backyard Ultra in Kandel.

Deutschland in der Weltspitze

Inzwischen hat sich Deutschland zu einer echten Backyard-Macht entwickelt:

  • Die Rekorde: Hendrik Boury setzte mit unglaublichen 100 Runden (also 670,6 Km!) einen deutschen Rekord - aufgestellt bei der Big's Backyard Ultra Weltmeisterschaft im Oktober 2025 in Tennessee, USA. Er übertraf damit seinen eigenen bisherigen Rekord von 82 Runden (2023) deutlich. 

  • Bei den Frauen hat Marina Kollassa den deutschen Rekord inne. Er liegt bei 51 Runden, aufgestellt im Jahr 2020.

Fast 10 Jahre später - im Jahr 2025 - haben Kim Gottwald und André Schürrle das Thema Backyard Ultra mit der Ausrichtung des “Last Soul Ultra”, der im klassischen Backyard Ultra-Format abgehalten wurde in den Mainstream gebracht. Zwar wurden Zuschauer vor Ort ausgeschlossen, dafür der Last Soul Ultra eine in Deutschland mit dahin ungekannten Präsenz auf Social Media unfassbar viele Menschen erreicht und für das Thema Backyard Ultra Running fasziniert.

Der Wendepunkt: Warum „Social Racing“?

Und obwohl wir diese extremen Formate lieben, haben wir eines beobachtet: Oft kämpft man alleine - gegen die Stille und den Schmerz. 

Hier setzt die Idee zu Pace Race an.

Wir wollten das Racing (den sportlichen Wettkampf) untrennbar mit dem Cheering (dem gemeinsamen Feiern und Supporten) verbinden. In klassischen Rennen verschwinden die Läufer im Wald und kommen Stunden später entkräftet zurück. Beim Backyard-Format hingegen kehren alle alle 60 Minuten zum Startpunkt zurück. Das ist der magische Moment, aber die Dauer und Distanz schließt die allermeisten Menschen aus.

Social Racing bedeutet für uns:

  • Racing: Wir fordern dich heraus. Wir wollen Menschen zu persönlichen Bestleistungen animieren.

  • Cheering: Das Camp ist das Herzstück jedes Ultras. Zuschauer, ausgeschiedene Läufer und Crews bilden eine energetische Einheit, die alle Läufer*innen alle 60 Minuten aufs Neue „nach Hause“ holt und wieder rausschickt. Bei Pace Race sind das die Cheering Zone am Zieleinlauf und die Recovery Zone - und wir bringen sie alle paar Minuten zum Toben.  

Community: Niemand läuft für sich allein. Das Format erzwingt Interaktion, gegenseitige Motivation und gemeinsame Erlebnisse auf der Strecke und in der Cheering Zone.

Unsere Mission

Aber wir machen Running zugänglich für alle, die einen Kilometer laufen können. Wir laden dich ein, Teil dieser Reise zu werden. Egal, ob du 3, 10 oder 25 Runden läufst: Bei Pace Race bist du Teil einer Bewegung. Daraus ergibt sich unsere Mission:

Menschen für Sport begeistern und zusammenbringen